Was ist RSS? | Newsticker abonnieren FR | IT | ENSitemapStartseite | Jobs | Kontakt suchen

Bleibt dem Kleinunternehmer nur die Faust im Sack?

Impressum: Dieser Artikel von Herbert Brändli, Geschäftsführer der B+B Vorsorge AG, ist erschienen in der Beilage «Vorsorge» der Aargauer Zeitung vom 10. November 2003

Seiteninhalt

KMU

Die mediale und politische Rentendiskussion hat Arbeitgeber und Mitarbeiter, Spezialisten und Verantwortliche stark verunsichert. Unternehmer stellen sich die Frage, ob sie mit ihrem Vorsorgewerk noch auf dem richtigen Weg sind. Auf der Suche nach Sicherheit und marktgerechten Leistungen werden auch bestehende Strukturen und Beziehungen in Frage gestellt.

Vertrautes hat sich als unzuverlässig und vergänglich erwiesen. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe suchen darum nach neuen Möglichkeiten, wie sie ihre Personalvorsorge sichern und effizient gestalten können. Nachstehende Überlegungen sollen auf dem Weg zu einer optimalen und effektiven Personalvorsorge helfen.

Die Zweite Säule ist ein komplexes Geschäft, das in die Hände von Profis gehört. Die Wahl von Beratern sollte deshalb besonders sorgfältig erfolgen. Verkäufer, die neben Anlagefonds, Hausrats- und Autoversicherungen auch noch Vorsorgeverträge vermitteln, sind in den seltensten Fällen kompetente Ansprechpartner für die Personalvorsorge. Berater sollten unabhängig sein und auf Honorarbasis funktionieren, oder mit anderen Worten: Ihr Einkommen sollte nicht von Vertragsabschlüssen mit Institutionen, mit denen sie verbandelt sind, abhängen. Letztlich erweisen sich Provisionen von Anbietern deutlich teurer als Beraterhonorare. Letztere haben zudem den Vorteil, dass sie transparent sind und gesteuert werden können.

Viele Unternehmen sind bei der Wahl ihres Vorsorgewerks nicht unabhängig. Oft bestehen Abhängigkeiten zu Banken oder Versicherungsgesellschaften, sei es in Form von Krediten oder sonstigen Abhängigkeiten wie beispielsweise Gegengeschäfte unter den Beteiligten. Solche wirtschaftlichen Beziehungen sind zumeist kurzfristig und vorübergehender Natur, während die Personalvorsorge ein langjähriges Geschäft ist. Vermeintliche, finanzielle Vorteile können sich längerfristig ins Gegenteil verkehren und als schwerwiegende, nicht leicht zu korrigierende Nachteile erweisen.       top ↑

Was kostet die Personalvorsorge?

Vorerst muss in einem Unternehmen Klarheit herrschen über Zusammenhänge und Sinn der zweiten Säule, bestehende Beziehungsstrukturen sowie die Ziele, die mit der betrieblichen Vorsorge erreicht werden sollen. Folgende Fragen sind zu beantworten: Was will ich mit meiner Personalvorsorge? Will ich einfach die gesetzlichen Vorschriften erfüllen und eine sogenannte Minimalkasse führen oder will ich ein integrales Vorsorgewerk, das in mein Führungsinstrumentarium passt?

Die Kosten können in Spar-, Risiko- und Verwaltungskosten aufgeteilt werden. Das tönt einfach, ist aber höchst kompliziert, weil zwischen den Anbietern keine Transparenz herrscht und die Kosten in der Regel nicht explizit ausgewiesen werden. Risikokosten entstehen, wenn die Belegschaft gegen Todesfall-, invaliditäts- und Langleberisiken versichert wird. Sie werden aufgrund von finanz- und versicherungstechnischen Grundlagen ermittelt. Kosten und Risiken variieren, je nachdem, ob die Personalvorsorge autonom gestaltet, mit einem Kollektivvertrag rückversichert oder von einer Sammelstiftung vollständig versichert wird.

In der Praxis unterscheiden sich die Risikokosten von Anbieter zu Anbieter beträchtlich. Das hat einerseits mit einer unterschiedlichen Reservenpolitik und anderseits mit tariflich eingerechneten Verwaltungskosten zu tun. Diese verdeckten Kosten müssten den eigentlichen Verwaltungskosten zugeschlagen werden. Auch die Reservierungspraktiken der einzelnen Anbieter sind nicht transparent. Sie gehören zu den bestgehüteten Geheimnissen der Versicherer. Die Beiträge fliessen in eine Black Box und treten nach aussen kaum mehr in Erscheinung.

Mit Sparprämien werden die Altersleistungen finanziert. Die Gelder werden langfristig angelegt und der Vorsorgeträger muss einen minimalen Anlageertrag erwirtschaften. Für den Versicherten ist wichtig zu wissen, wie das Anlageportfolio strukturiert ist und wie hoch die Verwaltungskosten sind. Die Struktur bestimmt weitgehend das Anlagerisiko und die langfristigen Renditeerwartungen. Der Ertrag wird durch Vermögensverwaltungskosten gemindert. Häufig werden diese nicht explizit ausgewiesen, sondern direkt von der Anlagerendite in Abzug gebracht.       top ↑

Welche Möglichkeiten haben KMU?

Die Verwaltungskosten bestehen einerseits aus den oben erwähnten, in Prämien und Anlageergebnissen versteckten Kosten sowie aus direkt ausgewiesenen Verwaltungskosten der Personalvorsorge.

Grundsätzlich können KMU ihre Pensionskasse wie Grossunternehmen gestalten. Sie können auch eine eigene Stiftung gründen.

Eine eigene Stiftung bietet natürlich den grössten Gestaltungsspielraum.

Vorsorgeplan bzw. Vorsorgereglement und insbesondere die Anlagepolitik können im Rahmen des Gesetzes frei bestimmt werden. Zu beachten sind vergleichsweise hohe Fixkosten für Verwaltung und Kontrolle. Daneben fehlt wegen des kleinen Versichertenbestandes der Risikoausgleich. Entsprechend müssen die Todesfall-, invaliditäts- und auch die Langleberisiken rückversichert werden.

Eine eigene Stiftung erfordert zudem ein besonderes Engagement vonseiten des Arbeitgebers. Obwohl heute spezialisierte Unternehmen für sämtliche Aufgaben wie Geschäftsführung, Verwaltung und Anlagetätigkeit ihre Dienste anbieten, ist ein gewisser Versichertenbestand notwendig, damit sich ein Outsourcing rechnet.

Einzige Alternative zur eigenen Stiftung ist der Anschluss an Gemeinschafts-, Verbands- oder Sammelstiftungen.

Letztere sind in den letzten Monaten vor allem wegen ihrer Rückversicherungen und den Praktiken der Versicherer in Verruf gekommen. Darob wird gerne übersehen, dass unabhängige Vorsorgeeinrichtungen seit geraumer Zeit zur vollen Zufriedenheit ihrer Kunden funktionieren.       top ↑

Sammelstiftung ist also nicht gleich Sammelstiftung.

KMU haben eine breite Auswahl, können und sollen ihre Anforderungen formulieren und Vergleiche anstellen. Vorsorgeeinrichtungen sollen ihren Leistungsausweis zeigen und transparent sein bezüglich Verwaltungskosten und Renditeerwartungen. Zukunftsweisende Sammelstiftungen legen ihre Anlagestruktur offen. Sie informieren neben den Preisen für ihre Dienstleistungen auch über die erwarteten Erträge und die eingegangenen Risiken sowie die tatsächlichen, einschliesslich der versteckten Kosten. Leistungsanbieter, die in diesem Sinn arbeiten, lassen ihre Kunden am Geschäftsverlauf der Personalvorsorge teilhaben und haben es nicht nötig, diese mit undurchsichtigen Überschussversprechungen zu ködern, die kaum je eingehalten werden.       top ↑


Bot-Test (leave blank):

Kommentar schreiben







  Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Bitte schreiben Sie die 2 Worte unterhalb mit einem Abstand getrennt in das vorgesehene Feld. Sie helfen uns damit, die Spamflut einzudämmen. Falls Sie die Worte nicht richtig lesen können, Klicken Sie auf die oberste der drei blauen Schaltflächen und Sie erhalten ein neues Wortpaar.

Wir behalten uns vor, einen Kommentar nicht zu veröffentlichen, wenn er ehrverletzend, rassistisch, unsachlich oder themenfremd ist. Beiträge unter Phantasie- oder offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Bitte halten Sie sich an die Sprache des Artikels – keine Mundart. Ihr Beitrag wird von uns nicht redaktionell bearbeitet. Über Entscheide wird nicht korrespondiert.



0 Kommentare